Die österreichische
Überraschung am Pariser Salon
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Puch 250 SGS - vorgestellt am
Pariser Salon |
Der
Pariser Salon hat am 1. Oktober seine Pforten geöffnet. Wir wollen
aber nicht auf die Fülle des Gebotenen eingehen, ohne zuerst über
eine Maschine zu berichten, auf deren Beschreibung bereits viele
Motorradfahrer mit Ungeduld warten. Die Existenz der Puch SGS ist
schon seit langem bekannt, doch wussten wir über ihre endgültige
Form bisher keinerlei Bescheid. In Paris wurde uns die Maschine
nunmehr in ihrem vollen Glanz präsentiert. Gerade wegen ihrer langen
Entwicklungszeit ist aus ihr etwas durchaus Geglücktes geworden. |

Schalenrahmen in vollendeter Form ...
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Die Aufnahme von der linken Seite
der SGS zeigt den
stromlinienförmigen Behälter für Werkzeug, Horn und
Zündspulen. |
Wie bei den kleineren Puch-Typen gelangt auch
bei der SGS ein Schalenrahmen zur Verwendung, der auf der linken
Seite einen großen, stromlinienförmigen Kasten trägt, in dem die
beiden 3-V-Zündspulen, das reichliche Werkzeug und das Horn Platz
finden. Die Batterie ist rechts in einem Kasten im Rahmen
untergebracht, der, ebenso wie der linke Behälter, verchromte
Zierleisten und ebenfalls verchromte Belüftungsschlitze hat. Das
hintere Kotflügelende ist aufklappbar. Leichter Ausbau des
Hinterrades wird so gewährleistet, insbesondere dann, wenn ein
Beiwagen angeschlossen wird. In punkto Glattflächigkeit, Schönheit
der Linienführung und Torsionssteifigkeit ist der SGS-Rahmen sicher
einmalig, über den Tankinhalt haben wir uns sehr gefreut, er beträgt
12,5 Liter mit rund 3 Liter Reserve und den von der TF her schon
bekannten Öltank.
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Die hintere Vollnabenbremse, das
Federbein und
das Zwischenstück auf der Achse; bemerkenswert
ist das aufklappbare Kotflügelende. |
Verbesserungen rundum
Die neue Teleskopgabel ist laut Aussage der Puch-Leute gegenüber der TF-Gabel verbessert worden, doch konnten
wir nicht in Erfahrung bringen, worin diese Verbesserung besteht.
Sie dürfte hauptsächlich in einer guten Abstimmung der Dämpfung für
hohe und höchste Geschwindigkeiten liegen. Die Abfederung des
Hinterrades erfolgt durch eine Schwinggabel mit ölgedämpften
Federbeinen.
Der Kettenkasten ist wiederum mit einem Schwinggabelarm, nämlich dem rechten, vereinigt und ist diesmal
ebenso wie bei dem bereits bekannten Kettenkasten der 175er Modelle
komplett geschlossen, so dass Staub- und Schmutzeintritt kaum mehr
möglich ist. Ein verschließbares Schauloch gestattet die Kontrolle
der Kettenspannung.
Die luftgekühlten Vollnabenbremsen aus
Leichtmetall machen einen sehr wuchtigen Eindruck, derart große
Bremsen sieht man normalerweise an 500ern! Die SGS-Bremsen haben
laut Angabe von Puch 180mm Trommeldurchmesser und nicht weniger als
40 mm Backenbreite. Das sind richtiggehend alpengeborene Bremsen,
man sieht ihnen das an. Nichts sieht da „verhungert" aus, auch die
kühlrippenartig ausgebildeten Speichenflanschen machen einen soliden
Eindruck.
Über die Hinterradmontage haben wir ebenfalls
sehr Erfreuliches erfahren, sie lässt sich angeblich in einer runden
Dreiviertelminute ohne Schwierigkeiten ausführen. Zum Entfernen der
Steckachse dient wie bei den 175ern der Kerzenschlüssel. Aushängen
der Bremsstange, Entfernen des Zwischenstückes links und Abziehen
des Rades von den Mitnehmern auf der antriebsstoßdämpfenden
Gummischeibe, die zwischen hinterem Kettenrad und Bremsnabe
angebracht ist, sind die weiteren Stadien des Hinterradausbaues.
Wie die 175er Modelle, ist auch die SGS mit
16"-Rädern versehen. Dadurch ist die Bauhöhe sehr gering, man sitzt
sehr nieder, auch der Soziussitz ist nieder angeordnet. Eine geringe
Schwerpunkthöhe wird durch die 16"-Reifen ebenfalls ermöglicht,
wodurch gute Fahreigenschaften erwartet werden können.
Nach verschiedenen Berichten hat die SGS eine
wirklich gute Straßenlage und eine ebensolche Federung. Noch etwas
fiel uns auf: der Federweg der vorderen Gabel ist geradezu
ellenlang! Dieser besonders lange Federweg, der mit 125 mm angegeben
wird, dürfte auch eine Ursache für die Verbesserung der Dämpfung der
Teleskopgabel sein, er bezieht sich auf die bereits eingefederte
Gabel unter Solobelastung. Die hintere Schwinggabel hat 85 mm
Federweg laut Angabe. Die schön geschwungene Form des
Vorderradkotflügels hat uns auch zugesagt. Am Rande soll hier noch
ein nettes Detail vermerkt werden: Der sauber ausgeführte
Fußbremshebel hat links hinter dem Getriebegehäuse einen
verstellbaren Anschlag. |

Der Motor
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Der SGS - Motor von links hinten.
Die seitliche
Zündkerze und die Vergaseranordnung sind
der Abbildung deutlich zu entnehmen. |
Über den Motor konnten wir in Erfahrung
bringen, dass er mit den in den Exportländern vorgeschriebenen
Töpfen 16,5 PS bei 5800 U/min leistet.
Erstaunlich bei dieser Leistung ist das
unter 250ern konkurrenzlose Höchstdrehmoment von 2,4 mkg.
Steht im Prospekt, bravo, bravo, wir erfahren auch so etwas
gerne! Im besonderen ist die Pleuellagerung verbessert worden.
Auch im Schmiersystem soll Verschiedenes verbessert worden
sein. Es handelt sich um eine Frischölschmierung ähnlich wie
bei der Puch TF. Für die Gemischaufbereitung ist nur ein
einziger 32er Puch-Vergaser senkrecht seitlich vom Zylinder
vorgesehen. Die Mischkammer befindet sich wieder hinter der
Schwimmerkammer, eine Anordnung, die uns von den 175er Typen
her bekannt ist. Auffallend sind auch die beiden Zündkerzen,
die eine ist links seitlich und die andere über dem hinteren
Kolben eingeschraubt. Wahrscheinlich verlangt gute Entflammung
des komprimierten Gemisches bei höchsten Drehzahlen, dass es
an zwei Stellen in Brand gesteckt wird, womit kürzere Zündwege
erreicht werden. Das Luftfilter ist übrigens schön groß und
hat den Einlass dem Zylinder zugewendet. Der Antrieb des
Getriebes erfolgt durch eine doppelte Hülsenkette im Ölbad bei
einer Übersetzung von 2,32. Die Getriebeabstufung ist gleich
der der TF: 1. Gang 1:2,75, 2. Gang l : 1,5, 3. Gang l : 1,4,
4. Gang l : 0,76. Die Hinterradantriebszähnezahlen sind 46:
16, das ergibt eine Hinterradübersetzung von 2,875 und damit
eine Gesamtübersetzung von 5,09 im 4. Gang.
Die neue 45/60-W-Lichtmaschine, die mit
einer 6-V/7-Ah-Batterie zusammenarbeitet, gestattet die
Verwendung einer 35/35-W-Biluxlampe im 160er Scheinwerfer. Als
Frühzündung werden 6 bis 7 mm angegeben. Normal kommt man mit
225er Kerzen aus, für scharfes Fahren dürften aber 240er
angeraten sein. Zuletzt soll noch gesagt sein, dass eine von
Hand einstellbare Lenkungsdämpfung vorhanden ist.
Mueller
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Motorräder |
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Quelle |
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"Motorrad
Internationale Fachzeitschrift",
1953, Heft 41. |
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Technische
Daten |
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Puch 250 SGS
Doppelkolbenzweitakter
Graugußzylinder
2 x 45 x 78 =
248 ccm
Verdichtung: 6,5
zu 1
Leistung 16,5
PS
bei 5800 U/min
Frischölschmierung
Doppelbatteriezündung (zwei Kerzen)
Duplexkette
(Ölbad)
Rollenkette im
Kettenkasten
Fußschaltung
links
Schalenrahmen
ölgedämpfte
Teleskopgabel
ölgedämpfte
Schwinggabel-hinterradfederung
[Anmerkung: SGS steht für SchwingGabel
Sport]
Vollnabenbremsen
Tank 12,5 Liter
3,50—16"-Reifen
Länge 198
Breite 68
Höhe 97
Sattelhöhe 71
Bodenfreiheit
14 cm
Vollgetankt 132
kg
Normverbrauch 3,2 Liter/100 km bei 73km/h
Höchstgeschwindigkeit
sitzend 110km/h,
liegend 122 km/h |
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Technische
Daten |

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Die Fachpresse feierte die SGS
als Sensation. |
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